30 Jahre winprosa

 


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Rück- und Ausblick       winprosa


30 Jahre

PROSA /
winprosa

PROSA und damit winprosa ist jetzt seit ca. dreißig Jahren am Markt. Die Geschichte von PROSA ist einerseits eng mit dem Siegeszug der Personal Computer (PC) verbunden, andererseits eng mit der Verbreitung der Neu gestalteten Gymnasialen Oberstufe (NGO) in Baden-Württemberg. winprosa soll den offiziellen Verlautbarungen nach vollständig in ASV-BW aufgehen. Aber wir vermuten, dass mit dem Programm auch noch das Abitur gemäß der 2021-NGVO verarbeitet werden kann (siehe NGVO 2021).     Stand 20.02.2017


Rückschau  winprosa  Ausblick  NGVO 2021 


Rückschau

Die ersten Anfänge

Ab 1977/78 wurde in Deutschland der Commodore PET 2001 (Personal Electronic Transactor 2001) als eines der ersten "vollständigen" PC-Systeme verkauft (Betriebssystem/BASIC von Microsoft!). In diesem Zeitraum war in BW die Versuchsphase der (ersten) NGO abgelaufen und die Gymnasien führten dort auf breiter Front die NGO ein.

Auf dem PET 2001 (8 KBytes Speicher für Programme und Daten, Kassettenrekorder mit Musik-Kassetten als externer Speicher) entstand in dieser Zeit ein erstes Programm zur Kurswahlüberprüfung. Natürlich war es zu langsam und wegen der Leseprobleme mit Musik-Kassetten zu unsicher. Aber es beinhaltete ein erstes Modell der Kurswahlüberprüfung.

Mit Verfügbarkeit der Serie Commodore 8032 mit immerhin 32 KBytes Arbeitsspeicher für Programm und Daten und 500-KByte-Disketten-Doppellaufwerk entstand ab 1980 ein erstes Programmsystem zur kompletten Verwaltung der NGO, also von der Kurswahlerfassung bis zum Abiturzeugnisdruck. Dieses Programm hieß MCS, war von Dietrich Tilp in Commodore BASIC 4.0 geschrieben und hatte einen von Reiner Hohloch geschriebenen Assembler-Kern. Ein gutes Duzend Anwender setzten MCS bis über 1987 hinaus ein. Die letzte Version hieß MCS 3.5.


Der Beginn von ASS und PROSA

Nachdem sich der seit 1981 gebaute IBM-PC (Personal Computer; bis zu 640 KBytes Arbeitsspeicher und 330-KByte-Diskettendoppellaufwerk) ab 1984/85 in Deutschland langsam durchsetzte und mit UCSD-Pascal (später Turbo-Pascal) eine mächtige, klar gegliederte Programmiersprache vorhanden war, entstand ab 1987 unter Impulsgebung des MKS das Projekt ASS. ASS war für die Schulen in BW als Allgemeine SchülerverwaltungsSoftware geplant und sollte ganz in Pascal geschrieben sein (zwecks leichterer Dokumentation und Pflege).

Das ASS-Entwicklungsteam war voll beschäftigt mit der Programmierung der Schüler­verwaltung incl. Notenverarbeitung für Kl. 1 - 11. Zur Programmierung des Oberstufenteils (für die NGO) fanden die alten MCS-Entwickler zum Team (ab 1993 verstärkt durch Hans-Ludwig Märkl) und entwickelten PROSA (Prüfungsverarbeitung Reformierte OberStufe mit Abitur), dessen Leistungsumfang/Grundidee auf MCS basierte und auch auf dem MCS-Datenmodell aufbaute, aber die Schüler-Stammdaten von ASS bezog. Die alten MCS-Anwender wurden als Testanwender für PROSA gewonnen.

Es war die Zeit vom MS-DOS: Bildschirmgrafik und Mausbedienung gab es noch nicht. Also wurde für den 25x80-Zeichen-Monochrom-Textbildschirm entwickelt, der aus der alten MCS-Zeit vertraut war. Logos und "Screenshot" im vorliegenden Textabschnitt spiegeln diese "grafiklose" Zeit wieder.

Kurswahlerfassung in PROSA am Beispiel des Jahrganges 93-95: in der Matrix sind nach rechts bis zu 40 Fächer möglich, nach unten die vier Halbjahre aufgeführt (die gleiche Matrix war grundsätzlich auch in MCS vorhanden). Unter der Matrix ist die Parallelkurseinteilung des Schülers dargestellt. Eine entsprechende Matrix dient der Noten­ver­waltung. Intern sind die einzelnen Spalten binär in Bytes kodiert.

Die Jahrgangsbezeichnung spiegelt wieder, dass die Schüler drei Schuljahre lang im Kurssystem verwaltet werden müs­sen: im Bsp. erfolgte 93 die erste Kurswahlerfassung (Kl. 11) und 95 wurde das Abiturzeugnis ausgedruckt. Schön ist hier die (bereits in MCS vorhanden gewesene) Dar­stellung der doppelt zählenden Leistungskurse und der sons­tigen Prüfungsfächer zu erkennen.

Anhand der zweitletzten Bildschirmzeile kann man erahnen, wie viele Dienste alleine in diesem Programmteil imple­mentiert waren.


Die Programme waren ursprünglich für ausschließlichen Disketteneinsatz konzipiert. Doch noch in der Testphase von ASS-Stamm und ASS-PROSA kamen erschwingliche PCs mit Festplatte auf (IBM PC XT/AT und kompatible; z.B. mit 600 MBytes Kapazität). Disketten waren nur noch zum Installieren und zur Datensicherung nötig.

PROSA war von Anfang an so entwickelt worden, dass die Schülerstammdaten vom Partnerprogramm kommen konnten (ASS-Modus), oder auch in der eigenen Stammdatenverwaltung erfasst werden konnten (später cmH-Modus genannt). So konnten auch Schulen, die andere Schülerverwaltungsprogramme einsetzten, mit PROSA arbeiten.

Ein weiterer Schwerpunkt von PROSA war die konsequente Unterstützung der Oberstufenberater und Oberstufenorganisierer. D.h., z.B. mit Kurswahlprotokollen und Leistungsprotokollen wurden die Schüler laufend evaluiert und somit Fehler und Gefährdungen vermieden, bzw. rechtzeitig aufgezeigt.

Diese Qualitäten (die teils auch schon MCS auszeichneten), gingen weit über das Pflichtenheft einer Schülerverwaltung hinaus und wurden bis heute ausgebaut (z.B. durch Anfügen einer kompletten Prüfungsverwaltung incl. Organisation und Auswertung, jeweils für schriftliche, mündliche und Kommunikations-Prüfung).

Dabei konnte und kann PROSA für sich in Anspruch nehmen, von Praktikern für Praktiker entwickelt worden zu sein (d.h. die Programmierer spüren die Auswirkungen ihrer Ideen stets am eigenen Leib!).


PROSA

Knapp 10 Jahre nach dem erfolgreichen Start von ASS zog sich das MKS 1996 aus dem Projekt zurück. Die beiden Entwicklerteams über­nahmen einvernehmlich die Programme und entwickelten sie in Eigenregie weiter. PROSA wurde ab dieser Zeit von Fa. cmH-soft vertrie­ben.

Da kam es gerade passend, dass von MS das erste "richtige" Betriebssystem Windows 95 verfügbar war. ASS-Stamm und ASS-PROSA blieben zwar reine DOS-Anwendungen, geschrieben in Turbo-Pascal, liefen aber nun auch unter diesem grafischen Betriebssystem.

Damit das Zusammenspiel von ASS und PROSA leichter klappte, wurde von PROSA-Seite aus ein aufwändiges Menü-System hinzugefügt, nebenstehende ICONs stammen aus dieser Zeit. Außerdem war PROSA nun auch mit der Maus steuerbar.


1996 entdeckten die Schulen das Internet. Damals waren knapp 200 Schulen (deutschlandweit) bei "Schulen ans Netz" mit einer Internet-Homepage registriert.

In den Folgejahren zeigte sich schnell, wie leicht Vertrieb und Service übers Internet organisierbar waren. Nebenstehendes Logo zierte die PROSA-Homepage. In dieser Zeit wurde für PROSA eine moderne Installationsroutine im Stil der Windows-Setup-Prozeduren entwickelt.

PROSA wurde bis zum Abitur 2003 weiterentwickelt; die letzte Version hieß PROSA 7.5. Seit dem ersten Auftritt von PROSA kam jedes Jahr eine neue (Unter-)Version heraus. Jedes Jahr gab es Programmverbesserungen und -erweiterungen und fast jedes Jahr Veränderungen in der NGVO.

In den Anfangsjahren nach Einführung der NGO bekam jeder Schüler beim Eintritt in die Klasse 11 vom MKS einen Leitfaden ausgehändigt, der für die Neuerungen warb und das Prozedere in leichter verständlicher Sprache beschrieb, als dies die zugehörige Verordnung (NGVO) tat. Leider erwies sich die jeweilige NGVO weiterhin als zu sperrig für Schüler und Eltern, sodass es in der Folge jedes Jahr einen neuen Leitfaden für die Elftklässler gab und bis heute gibt. Und selbst der Leitfaden reichte nicht aus, um z.B. den "GW-Religions-Sonderfall" zu verstehen. So blieb für die Betroffenen stets PROSA das Regulativ für das Zulässige und Machbare in der NGO.

Die Fan-Gemeinde des Programms wuchs nicht zuletzt deshalb kontinuierlich an. Lieferte PROSA doch zuverlässig alle Informationen (auch juristische) für Schulleitungen, Oberstufenberater und Schüler zur Laufbahnberatung, -überwachung und -verwaltung.

ASS wurde Ende der Neunziger von Fa. Haneke-Software übernommen und durch ASS-Windows ersetzt. Das alte ASS wurde aber vereinzelt noch weiterverwendet, lief jedoch nur noch auf langsameren PCs (wegen eines Fehlers im Turbopascal-Compiler); außerdem hatte ASS ein internes Jahrtausendproblem.

PROSA konnte auch mit dem neuen ASS-Windows zusammenarbeiten.


winprosa

Die nächste große Veränderung der NGVO stand für den Abiturjahrgang 2004 an und erwies sich als so gravierend, dass das Programmierteam ein vollständiges Re-Design beschloss (mit moderner Datenstruktur). Denn in dieser Reform wurden bekanntlich Grund- und Leistungskurse abgeschafft und durch Kernkompetenz-, Profil- und Neigungsfächer ersetzt.

Also wurde 2001 winprosa veröffentlicht (programmiert in Delphi), das nicht mehr auf den 25x80-Zeichen-Bild­schirm Rücksicht nehmen musste. Sehr bald stellte sich der 1024x768-Pixel-Bildschirm als Standard ein.

Ferner wurden sämtliche Formulare neu entworfen und von Endlosdruck auf Laserdruck umgestellt. Dabei kamen keine Vordrucke mehr zum Einsatz, sondern nur noch Einzelblatt-Leerformulare (für Zeugnisse mit ansprechendem und fälschungssicherem Hintergrunddruck z.B. von Fa. EKU-Druck), sodass das lästige Justieren der Vordrucke ent­fallen konnte.

Das ausgewogene Abiturzeugnis-Layout von winprosa fand sogar Eingang in den amtlichen Leitfaden (ausgenommen Abi 2009!).

In winprosa ist im Zentrum die gleiche Matrix zu erkennen, aber aufgrund des grafikfähigen Layouts mit viel mehr Informationen im Fenster. Die Kodierung der doppelt zählenden und der weiteren Prüfungsfächer ist analog zu früher darge­stellt. Der gezeigte Ausschnitt umfasst ca. 2/3 des gesamten Programmfensters.

Die Karteireiter am oberen Bildrand zeigen die schüler­bezogenen Dienste von winprosa. Natürlich ist das nur ein Ausschnitt aus dem Gesamt-Spektrum des Pro­gramms.


Die 2004-Reform hatte u. a. zur Folge, dass z.B. der "GW-Religions-Sonderfall" noch komplexer wurde. Damit die Schüler trotzdem die Über­sicht über das eigene Leistungsbild behalten konnten, wurde winprosa um eine Schülerversion (freeware) erweitert, die den Gymnasiasten in BW die private Kurswahl- und Notenverwaltung ermöglicht.

Ferner wurde in winprosa ein interaktives Auskunftssystem integriert, das Kurswahlfehler klartextlich erläuterte und ggf. direkt zum ent­sprechenden Paragrafen der NGVO verzweigen konnte (s.o. am unteren Bildrand).

Auch seit 2004 wurde die NGO seitens des MKS im Detail laufend weiterentwickelt, was zusammen mit der laufenden Programmentwicklung zur Folge hatte, dass ggf. mehrmals im Jahr Updates veröffentlicht werden mussten. Seit die Schulrektorate über KISS am Netz hängen, können die Updates auf Wunsch auch vollautomatisch installiert werden.

Verfügten die späten PROSA-Versionen über eine Schnittstelle zum Curs-Modul des Stundenplanprogramms Untis, so besaß winprosa selbstverständlich von Anfang an eine Schnittstelle zu Untis, neu war dabei die in Untis eingebaute Schnittstelle zurück zu winprosa.

So entwickelte sich PROSA/winprosa im Laufe der Zeit zum "Rundum-Sorglos-Paket" für die Schulrektorate.


Die NGO-Reform 2010

Für den Abiturjahrgang 2010 war eine Reform der NGO beschlossen worden, die radikaler ausfallen sollte, als die für 2004. Somit hatte die große 04er-Reform gerade mal für 6 Abiturjahrgänge gehalten!

Wurden damals in BW 2- und 3-stündige Grund- und 5-stündige Leistungskurse abgeschafft und durch 4-stündige Kernkompetenz-, Profil-, und Neigungsfächer und 2-stündige sonstige Fächer ersetzt, so wurden nun Kernkompetenz-, Profil-, und Neigungsfächer wieder einge­stampft, diesmal sogar zusammen mit den doppelt zählenden Fächern (einem Relikt der verschwundenen Leistungskurse der 04er-Reform).

Übrig blieben 4-stündige Kernfächer und 2-stündige "Neben"-Fächer, sowie nach wie vor die üblichen Kurswahlbedingungen; 40 Kurse müssen nun, alle weiteren können nun angerechnet werden. Obwohl dadurch die NGO wieder durchschaubarer wurde, blieb genügend viel Beratungs- und Optimierungsaufwand; das Kerngeschäft von winprosa blieb somit erhalten.

Da der Abiturjahrgang 2010 im Schuljahr 07/08 die Klasse 11 G9 (10 G8) besuchte, musste winprosa die neuen Kurswahlregeln bereits ab Winter 2007/08 beherrschen.


Der Doppeljahrgang 2012

Nachdem landesweit die G9-Abiturienten zusammen mit den G8-Abiturienten in die Kursstufe eingerückt waren, mussten an vielen Schulen mehr als 10 Parallelkurse pro Fach eingerichtet werden. Waren früher in winprosa max. 9 Parallelkurse möglich, waren es daher nun 30 Parallel­kurse.

Eigentlich sollten sich ab Sommer 2012 an Baden-Württembergs Gymnasien nur noch G8-Schüler tummeln. Aber nach dem Regierungs­wechsel im März 2011 wurden wieder (versuchsweise!) G9-Züge in BW eingeführt. Wie lange Kern- und Nebenfächer erhalten bleiben, ist derzeit offen.


Ausblick

ASD, ASV und SVP

winprosa hatte in den letzten Jahren bereits etliche Algorithmen für E-Stat eingebaut bekommen und hätte die NGO-Statistik-Daten z.B. über Untis oder Stammdatenprogramme wie ASS, Atlantis oder MasterSchool abgeben können.

Aber E-Stat soll bekanntlich durch ASD-BW ersetzt werden (Amtliche SchulDaten Baden-Württemberg), mit einer völlig neuen Daten­schnitt­stelle zu ASV, dessen BW-Variante folglich ASV-BW heißt (Amtliche SchulVerwaltung für BW) und, wie der Name sagt, das Schul­verwaltungs-Programm für alle Schulen in BW werden soll (neben der BW-Variante (www.it.kultus-bw.de/,Lde/Startseite/scs/ASV) gibt es eine bayerische Variante (www.asv.bayern.de); beide laufen seit einiger Zeit an Testschulen).

ASV-BW soll keine eigenen Stundenplanoptimierungsprozeduren beinhalten, es soll vielmehr Schnittstellen zu Stundenplanprogrammen wie Untis geben. Daher hat der Hersteller von ASD und ASV, die ISB-AG (www.isb-ag.de/), mit dem Hersteller von Untis, der Fa. Gruber & Petters (www.untis.at/), eine enge Zusammenarbeit vereinbart.

ASV-BW wird plattformunabhängig in JAVA programmiert, was einer Neuentwicklung gleichkommt. Da diese viel Zeit kostet, ist als Zwischen­lösung SVP-BW ins Leben gerufen worden (SchulVerwaltungsProgramm für BW), das auf MasterSchool basiert und ebenfalls von der ISB-AG betreut wird. Da SVP-BW keine NGO verwalten kann (und diese überdies laufend gewaltigen Änderungen unterworfen ist, s.o.), übernimmt winprosa diesen Part weiterhin. Hierzu ist in SVP-BW eine winprosa-Schnittstelle eingebaut.

Nun bleiben für winprosa mittelfristig also als offizielle Partnerprogramme zunächst nur SVP-BW und später ASV-BW übrig. Die Schnittstelle zu SVP-BW ist bereits im Einsatz. Die Schnittstelle zwischen ASV-BW 1.0 und winprosa ist geplant. winprosa bleibt also als "eigenständiges" Programm erhalten.

Diese Partnerschaft war ursprünglich nur bis ca. zum Abiturjahrgang 2010 geplant, anschließend sollte ASV-BW die Universallösung für alle Schulen liefern. Die Praxis zeigte aber, dass realistischerweise von einer deutlich längeren Zusammenarbeit auszugehen ist, nach derzeitigem Stand vermutlich mindestens bis zum Abiturjahrgang 2020.

Und wann/ob ASV die vielen in winprosa selbstverständlich vorhandenen Zusatzdienste zur Unterstützung der lokalen NGO-Organisationsteams ebenfalls bieten wird, ist noch nicht geklärt. Gemeint sind statistische Auswertung, juristische Bewerung, Klausurenplanung, Prüfungsorganisation (Komm., Schr. und Mdl.!) und Anrechnungsoptimierung. Wie gut, dass winprosa auch als unabhängiges Programm eingesetzt werden kann.

Wenn alles wie geplant verläuft, schafft winprosa also eine Aktivspanne von deutlich über 30 Jahren. Rechnet man den Vorläufer MCS dazu, sind sogar ca. 40 Jahre drin, und das mit dem gleichen Entwicklungsteam!


Neue NGVO ab Abiturjahrgang 2021

Hielt die große 2004-NGVO nur ganze sechs Jahre bis zur 2010-NGVO, so droht letzterer das gleiche Schicksal, immerhin erst nach elf Jahren:
Die neueste KMK-Vereinbarung erlaubt nämlich ab 2019 in der Kursstufe nur noch vier Fächer mit "erhöhtem Anforderungsniveau". Dies gilt also spätestens ab Abi­turjahrgang 2021, muss daher in den SVPen allerspätestens bis Anfang 2019 umgesetzt und ausgetestet sein.

Siehe auch Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II (Fassung vom 08.12.2016):
"7.2 [...] Die Schülerinnen und Schüler belegen zwei bis vier Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau. Die Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau werden mindestens vierstündig unterrichtet, bei zwei Fächern auf erhöhtem Anforderungsniveau mindestens fünfstündig unterrichtet (vgl. Ziffern 8.3, 8.5 und 9.4). Mindestens eines der Fächer Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft ist auf erhöhtem Anforderungsniveau zu belegen.
Die Fächer Deutsch, Mathematik und die Fremdsprachen werden auf grundlegendem Anforderungsniveau 3- oder 4-stündig unterrichtet, die übrigen Fächer auf grundlegendem Anforderungsniveau werden 2- oder 3-stündig unterrichtet."

Somit ergibt sich folgende Entwicklung:
KMKFächer auf erhöhtem Anforderungsniveau BWLeistungskurse (5-std.), ..., Kernfachkurse (4-std.), → Intensivkurse (4- oder 5-std.)?
 Fächer auf grundlegendem Anforderungsniv. Grundkurse (2- und 3-std.), ..., sonstige Kurse (2-std.), → Basiskurse (2- und 3-std.)?

Da die KMK-Vereinbarung erst Ende 2016 veröffentlicht wurde, erscheint das Vorhaben sehr ambitioniert, bleiben doch für die juristische Umsetzung in BW und die anschließende Programmierung in den SVPen nur ca. anderthalb Jahre Zeit. Abiturienten des Jahrgangs 2021 befinden sich im Schuljahr 2018/19 in der Vorbereitungsphase und treten im Sommer 2019 in die Kursstufe (Qualifikationsphase) ein. Daher muss die neue NGVO ab Schuljahr 2018/19 den Gymnasien vorliegen, damit diese Schüler entsprechend informiert und beraten werden können.

Der Anfang 2017 vom PhV-BW publizierte NGVO-Vorschlag ist sehr detailliert und tiefgreifend:
3 fünfstd. Intensivkurse mit schr. Prüfung, dreistd. Basiskurse in D, M, FS und NW, zweistündige Basiskurse in gw und den restlichen Fächern. Das erinnert an die alten Grund- und Leistungskurse, aber nun mit drei Leistungskursen ohne doppelte Zählung. Daher muss das Anrechnungskalkül komplett angepasst werden.
Wegen der drei- und fünfstündigen Kurse klappt das vom MKJS bevorzugte stundenplantechnische Doppelstundenschema nur noch mit Tricks. Und für die aktuell möglichen 20 WoStd für Kernfachbänder mit 100%-Belegung wird es keinen einfachen Ersatz geben.

Mitte Juni 2017 hat die CDU-Fraktion einen ähnlichen Vorschlag veröffentlicht; nun steht noch der Vorschlag des MKJS aus.

Wir erwarten lange Diskussionen.


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